Aktuelles aus der Food-Branche und dem Food-Marketing
Mehr-Wert für Ernährungsindustrie, Handel und Dienstleister

Aktuell

Kommunikation
Die Locavores erobern New York

New York City ist nicht gerade die Stadt, bei der man als erstes an eine Bauernhof-Idylle denken würde. Die Metropole gilt als der Inbegriff der Urbanität. Doch mitten in der Masse aus Beton, Glas und Stahl ist eine Bewegung entstanden, die Umwelt- und Ernährungsbewusstsein unter dem Motto `eat locally´ zusammenfasst. Ihr Name: Locavores.

Es geschehen seltsame Dinge im Central Park. Regelmäßig laufen Menschengruppen hinter einem Mann her, der in Büsche springt, auf Bäume deutet und Pflanzen pflückt, die nach Unkraut aussehen. Der Mann selber sieht in etwa aus wie jemand, der in Südamerika nach Schmetterlingen sucht: Wildman Steve, wie er sich nennt, trägt Brille, Vollbart, Tropenhelm. Auf den meisten Fotos, die es von ihm gibt, hat er irgendeine Pflanze im Mund. Durch den Central Park führt er die Menschen, um ihnen zu zeigen, was im Central Park alles essbar ist: `Ich zeige den Leuten nur Dinge, die wirklich toll schmecken´, sagt Steve. Für den Oktober im Central Park empfiehlt er Klettenwurz, Walnüsse und Äpfel.

New York und seine Umgebung gehören nicht zu den Orten, bei denen man zuerst an eine funktionierende Landwirtschaft denken würde: Über 18 Millionen Menschen, 5.571 Hochhäuser, und auf den insgesamt 10.200 Kilometer langen Straßen fahren 12.000 Taxen und 4.000 Busse. Und doch erlebt die Stadt gerade einen Landwirtschaftsboom, ausgelöst durch das Gefühl, in der über-urbanen Stadt New York den Kontakt zur eigenen Herkunft verloren zu haben. Gabrielle Langholtz etwa findet, dass man `sich in New York schnell entwurzelt fühlt´. Man habe keinen Kontakt mehr zum Ursprung des Lebens, wisse nichts mehr über das, was man täglich zu sich nimmt. Etwas prosaischer gesprochen: Die Herausgeberin des Brooklyner Essensmagazins `Edible´ hatte Fertigkost irgendwann satt. Sie schloss sich der lose zusammenhängenden Locavore-Bewegung an._

Die Locavores haben sich dem Ziel verschrieben, möglichst nur Lebensmittel zu sich zu nehmen, die innerhalb eines Umkreises von 100 Meilen produziert wurden. Die Vorteile: Die Umwelt wird weniger belastet, da Transportwege kürzer werden. Lokale kleine Farmer werden unterstützt, und man selbst ernährt sich gesünder und bewusster. Außerdem reizt es sie, kreative Lösungen zu finden: David Graves züchtete früher in den Wäldern von Massachusetts Bienen und verkaufte ihren Honig. Durch marodierende Braunbären genervt, die ihm immer wieder die Bienenstöcke zerstörten, zog er nach New York und begann vorsichtig, neue Bienenstämme auf New Yorker Hausdächern anzusiedeln. Nach anfänglichen Protesten konnte er die New Yorker davon überzeugen, dass seine Bienen niemandem schaden. Sein original New Yorker Honig - ungewöhnlich süß und herb - ist mittlerweile eine der größten Attraktionen auf dem Greenmarket. Gabrielle Langholtz glaubt sogar, dass er helfen kann, Allergien abzubauen, da die darin enthaltenen Pollen wie eine Schutzimpfung wirken sollen. Sie schätzt, dass etwa eine Million New Yorker jede Woche auf einem der 45 Bauernmärkte in New York einkauft, auf denen etwa 180 Farmer das verkaufen, was sie selbst angepflanzt, aufgezogen, produziert, gefangen und geschlachtet haben. Seltsame Dinge passieren da in New York, dem Sinnbild einer Metropole: Eine mehr oder weniger autarke Ernährung mit Lebensmitteln, die nur aus New York oder dem Bundesstaat New York stammen, das klingt vielleicht bizarr. Doch genau das ist es, woran Wildman Steve, David Graves und Gabrielle Langholtz glauben und arbeiten.


Utopia ist das Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil. Inhaltsgetrieben, informativ, praktisch, realitätsnah und serviceorientiert. Ein wichtiger Teil dieser Website ist eine rasant wachsende Community. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch ein großes Netzwerk von Gleichgesinnten, die sich nicht mit den durch Menschen verursachten dramatischen Entwicklungen auf unserem Planeten abfinden wollen. Dazu gehören Wissenschaftler, Journalisten, Unternehmer, Medienleute, Umweltexperten und ganz normale Verbraucher. Sie alle eint der Wunsch, nicht mehr länger nur darüber zu reden, sondern einen positiven, unser Leben nachhaltig verändernden Prozess in Gang zu setzen.



Pressekontakt:
Hartmut Schultz
Tel: +49 (89) 99 24 96 20
Fax:+49 (89) 99 24 96 22
E-Mail: presse@utopia.de
www.utopia.de

geschrieben von utopia.de/humannews.de am 11.12.2007 um 14:26 Uhr.
 

Act global - eat local - sogar in New York - Aktuelles aus der Food-Branche und vom Food-Marketing (Druckansicht)