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Lebensmittelindustrie
Wie werden wir in Zukunft einkaufen?

Bis 2025 wird sich der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland stark verändern. Kleine Geschäfte, Convenience-Stores und Online-Handel werden aller Voraussicht nach zunehmen, während auf großflächige Supermärkte und Discounter härtere Zeiten zukommen.

In einer Studie untersuchte KPMG und Gottlieb Duttweiler Institute die Entwicklung des Lebensmittelhandels in Deutschland und der Schweiz.

Ursachen für die zu erwartenden Änderungen im Handel sind die Alterung der Bevölkerung, steigende Energiepreise und veränderte Kundenansprüche bzgl. Gesundheit, Flexibilität und Internet-Anbindung. Immer weniger Menschen sind in traditionelle Tagesstrukturen eingebunden, die Planung von Tagesabläufen und fester Einkaufszeiten verliert weiter an Bedeutung.

Daraus ergeben sich Vorteile für den Tante-Emma-Laden mit Internetanbindung und Lieferservice bzw. flexiblen Abholmöglichkeiten und kleineren, überschaubaren Ladenflächen.
Dezentrale Großflächen und Discounter auf der grünen Wiese dürften unter den gegenwärtigen Bedingungen und Funktionen zunehmend Schwierigkeiten bekommen.
Wenig Emotion, wenig Zusatzservice, Anfahrtswege und Logistikkosten sind Negativpunkte dieser Handelsformen.

Auch der Online-Handel hat Schwierigkeiten mit den Logistikkosten und wird deshalb nicht zum Marktstandard bei Lebensmitteln werden. Lediglich bei nichtverderblichen Produkten und Standardartikeln im Haushalt kann er wachsen, während bei verderblichen Produkten, Obst und Gemüse und Fleisch, Wurst, Käse die Experten deutliche Hindernisse sehen.

Die Planung des Einkaufs wird immer mehr einer spontanen Entscheidung weichen. Nischenplayer werden zunehmend gefragt - was ist sicher, authentisch, Bio, regional und evtl. sogar erst im Laden produziert ?
Der Einkauf um die Ecke gewinnt an Bedeutung - und das möglichst zu fast jeder Tages- und Nachtzeit: Frische und Convenience in Laufweite könnten sich zum Renner entwickeln - incl. sozialem Kontakt und Austausch und einer Verzahnung zur Gastronomie.

Hypermärkte auf der grünen Wiese mit ihrer Ausrichtung auf das Auto verlieren an Bedeutung. Ältere Menschen sind nicht mehr so mobil - das Wohnen wird urbaner und Non-Food-Artikel werden verstärkt über Online abgedeckt.

Multifunktionale Flächen in der Wohnumgebung nehmen zu: Einkaufen, Fax- und Kopierdienste, Post, Bar, Reisebüro, Fotoladen usw. unter einem Dach - bisher waren das Notlösungen für ländliche Standorte - sie werden in Zukunft verstärkt die Regel werden. Dabei werden die Aspekte Kunden- und Mitarbeitergesundheit, Emotionalität und individueller Genuss immer wichtiger.

Lt. Studie zeichnen sich 4 Szenarien für den LEH ab:
Small Mart (Tante Emma), Smart Mart (gute Vernetzung, Abholstellen + Lieferservice), All Mart (Große Läden mit allen Angeboten), Call Mart (Online basierte Ladenkonzepte)

Und klar scheint zu sein: Der Schlüssel zum Kunden der Zukunft ist die soziale und emotionale Kompetenz der Händler und der persönliche Kontakt mit den individuellen, namentlich bekannten Kunden.

geschrieben von JMH am 02.02.2014 um 15:46 Uhr.
 

Die Zukunft des Lebensmittel-Einkaufs - Aktuelles aus der Food-Branche und vom Food-Marketing (Druckansicht)