Aktuelles aus der Food-Branche und dem Food-Marketing
Mehr-Wert für Ernährungsindustrie, Handel und Dienstleister

Aktuell

Kommunikation
Der „Niedergang der Esskultur“ ist in Wahrheit eine Qualitätssteigerung der Ernährung
Food-Styles - Thesen, Trends und Typologien

Presseinformation des Zukunftsinstituts Kelkheim – September 2007

Die wichtigsten Food-Trends für das kommende Jahrzehnt sind nicht nur Resultat technologischer Innovationen wie Gen- oder Nano-Technologien oder neuer Vertriebswege wie dem E-Business. In den Food-Trends spiegelt sich der gesamte gesellschaftliche Wandel wider. Die aktuellen Megatrends Gesundheit, Globalisierung, Neo-Ökologie, New Work oder Individualisierung beeinflussen unsere Essgewohnheiten massiv.

Food-Styles
Die wichtigsten Thesen, Trends und Typologien für die Genuss-Märkte
von Anja Kirig und Hanni Rützler, Zukunftsinstitut GmbH, September 2007, 130 Seiten,
220,- Euro, ISBN 978-3-938284-34-6

Anja Kirig, Trend- und Zukunftsforscherin des Zukunftsinstituts Kelkheim – zuletzt mit dem Phänomen der LOHAS beschäftigt – und Hanni Rützler, renommierte Ernährungswissenschafterin und Referentin des Zukunftsinstituts Wien, liefern mit der neuen Studie einen dezidierten Blick auf das, was sich in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, in Handel und Gastronomie bis hin zu angrenzenden Branchen (Möbel, Küchenutensilien, Tourismus, Medizin) abzeichnen wird.

8 Food-Trends werden unser Essgewohnheiten von morgen bestimmen:

1. 100-Meilen-Diät – Das neue Bedürfnis nach Region
Die These: Der Einfluss des Megatrends Globalisierung auf unsere Ernährungsgewohnheiten stärkt die Region. Nicht Bio und Öko allein bestimmen mehr die Märkte, sondern Label wie „Terroir“, „Region“, „CO2-frei“, „Direktvermarktung“.

2. Convenience 2.0 – Die Metamorphose der Tütensuppe zum gesunden Deli-Fertiggericht
Die These: Die wachsende Vielfalt sowie die neue sensorische und ernährungsphysiologische Qualität des Convenience- und Chilled-Sortiments wird die deutschen Mittagstische ausgewogener und schmackhafter machen und Mamas Küche endgültig entmystifizieren. Und Convenience 2.0 ist die Chance für die in den letzten zwanzig Jahren vom Aussterben bedrohten Nahversorgungs-Läden in den Städten.

3. New Fusion Food – Wie der Aufstieg Asiens die globalen Food-Märkte verändert
Die These: Asien löst die USA als wichtigsten Impulsgeber für die Systemgastronomie ab. Die Attraktivität der asiatischen Küchen bei europäischen und amerikanischen Haubenköchen eröffnet eine neue Welle der Fusionsküche, die ansetzt zu einer weltumspannenden Küche zu werden, zur definitiven und hoch innovativen Cuisine du Monde.

4. Sen-satt-ion – Die neue Lust am Inszenieren der Esskultur
Die These: Essen wird immer mehr inszeniert und zelebriert, dient weniger dem Sattwerden als dem Socializing und der Distinktion. Je abstrakter unsere Arbeit wird, je flexibler und eigensinniger wir unser Leben und unsere Beziehungen organisieren (müssen), desto mehr wollen wir dies wenigstens ab und zu durch gemeinsame, sinnliche Koch- und Ess-Events kompensieren.

5. Trusted Food – Das steigende Bedürfnis der Konsumenten nach Transparenz, Vertrauen und Sicherheit
Die These: Foodmärkte sind Vertrauensmärkte. Die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Nahrungsrohstoffen und Informationen über die Sozial-Standards bei der Produktion wirken wertsteigernd. Der Wunsch nach Trusted Food impliziert eine neue Produktkommunikation. Dank ehrlicher Kommunikation wird auch der Online-Handel mit Lebensmitteln deutlich zunehmen.

6. Essthetik – Wie das Design die Food-Branche erobert
Die These: Design wird sich branchenübergreifend demokratisieren und damit für den Konsumenten zum selbstverständlichen Alltagsgut. Essen ist weit mehr als Nahrungsaufnahme. Essen mutiert zur Kultur- und Kunstform und ist Ausdruck eines Lebensstils. Der Wocheneinkauf wird in Zukunft nicht mehr nur Erledigung, sondern Erlebnis, der Gang zum Supermarkt nicht mehr Last, sondern Lust.

7. Pleasure Food – Genuss ist der Neue Luxus
Die These: Food ist der Luxusmarkt der Zukunft. Traditionelle Luxury-Foods wie Kaviar und Stopfleber werden nicht nur aus ethisch-ökologischen Bedenken immer mehr ins Abseits gedrängt. Das zukünftige Luxusverständnis ist ein aufgeklärtes, bei dem es nicht länger um Prestige, sondern um einen „epikurischen Mehrwert“ geht.

8. Food´n´Mind – Wie Essen zukünftig anhand seines Mehrwerts konsumiert wird
Die These: Die Zukunft gehört der maßgeschneiderten Ernährung. Auch im deutschsprachigen Raum eröffnen sich neue Chancen für den Functional Food Markt und pharmakologisch wirkende Lebensmittel – sogenanntem Phood.

Aus den Ausführungen der Trend- und Zukunftsforscherinnen ergeben sich dramatische Konsequenzen für die Herstellung von Lebensmitteln, Produktgestaltung, Markenauftritt, Konsumentenansprache, Vermarktungs- und Distributionsmöglichkeiten – und das branchenübergreifend.

Die zahlreichen Best Practice-Beispiele, die die Autorinnen anführen, geben ausreichend Anregung für die Umsetzung neuer Strategien auf den Food-Märkten der Zukunft.

Damit nicht genug, denn die Food-Expertinnen haben aus den „Lebensstilen 2020“ (siehe aktuelle Studie des Zukunftsinstituts) und den definierten Food-Trends 7 Ernährungsprofile, also potenzielle Zielgruppen erarbeitet:

1. Der Prot-Esstler – genießt mit Verantwortung
2. Der Besser-Esser – isst auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen
3. Der Jekyll & Hyde-Gourmet – isst kompromisslos
4. Der Garfield-Gourmand – isst ohne wenn und aber das, worauf er Lust hat
5. Der Ess-Thet – genießt multisensorisch
6. Der Food-Phobiker – isst, um gesund zu bleiben
7. Der Essertainment-Fan – isst sensationshungrig

Kirig / Rützler geben dem Leser schließlich 10 goldene Rezepte für die Food-Styles von morgen mit auf den Weg – da dürfte wahrlich nichts mehr anbrennen.

Das Fachseminar zur Studie + Verkostung gibt es am 11. Okt. 2007 in der Zukunftsakademie.

geschrieben von Zukunftsinstituts Kelkheim am 01.10.2007 um 16:45 Uhr.
 

Food-Styles - Thesen, Trends und Typologien - Aktuelles aus der Food-Branche und vom Food-Marketing (Druckansicht)