Aktuelles aus der Food-Branche und dem Food-Marketing
Mehr-Wert für Ernährungsindustrie, Handel und Dienstleister

Aktuell

Lebensmittelindustrie
Schokoladenhersteller vom Aus bedroht

Im Verfahren des Kartellamtes gegen den Schokoladenhersteller Ritter Sport droht dem Unternehmen das Aus.
Wie Unternehmenschef Alfred T. Ritter dem Handelsblatt sagte, steht das Unternehmen bei einer Höchststrafe des Bundeskartellamtes vor dem Aus.

Wie Ritter sagt, kann das Unternehmen 30 Mio EUR Strafe nicht verkraften - eine mögliche Strafe für ein Vergehen, das keines war.

Ritter Sport hatte vor 3 Jahren wie andere Schokoladenhersteller auch die Preise erhöhen müssen, da die Rohstoffpreise gestiegen waren. Im Gegensatz zu anderen Hersteller wurden die Preise allerdings um ein Fünftel stärker angehoben als bei der Konkurrenz - ein Indiz dafür, dass hier keine Preisabsprachen erfolgten (was aber das Bundeskartellamt anscheinend nicht gross interessierte).

Eine mögliche Geldstrafe von fast 30 Mio wäre das gesetzliche Maximum, das verhängt werden kann - ein Zehntel des Umsatzes ist als Höchstgrenze festgelegt.
Ritter Sport machte 2009 etwa 274 Mio EUR Umsatz - bei inzwischen wieder ganz leicht schwarzen Zahlen nach etlichen Verlustjahren.
Die mögliche Geldbuße in einer solchen Höhe kann vom Unternehmen nicht verkraftet werden, wie Ritter mitteilt.
In diesem Fall stehen dann 800 Arbeitsplätze auf dem Spiel - und die Großkonzerne können sich freuen, wenn ein deutscher ernstzunehmender Wettbewerber von einem deutschen Amt aus dem Weg geräumt wird.

Anmerkung: Über die Höhe der Geldstrafe ist zwar noch nicht entschieden, aber das Vorgehen des Bundeskartellamtes scheint uns doch recht undurchsichtig - getreu dem Motto: "Es lebe das Unternehmertum - solange der Goldesel nur richtig Taler ausspuckt...

geschrieben von JMH am 05.12.2010 um 16:40 Uhr.
 

Wird Ritter Sport zum Opfer des Kartellamtes? - Aktuelles aus der Food-Branche und vom Food-Marketing (Druckansicht)