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Wie Verbraucherschützer den Verbraucher entmündigen: Kontroverses vom 23. Lebensmittelrechtstag
Verbraucherschützer kamen in diesem Jahr auf dem Lebensmittelrechtstags in Wiesbaden schlecht weg. Sie waren aber nicht die Einzigen. Professor Dr. Klaus Kocks von der CATO Sozietät für Kommunikationsberatung GmbH, Horbach, teilte seine rhetorisch geschliffene Kritik in alle Richtungen aus. Die Verbraucherschützer – und er nahm den behördlichen Verbraucherschutz nicht aus – übernähmen die Rolle der Oberlehrer.

“Sie helfen beim Essen und beim Trinken, weil sie annehmen, dass die Verbraucher damit überfordert sind.” Dahinter stehe ein mehr oder weniger geschickter Entzug der Mündigkeit, eine Art ideologischer Zwangsadoption. “Der Verbraucher wird gedacht als infantiler Idiot”, so Kocks. Ein anderer Mechanismus zur Entmündigung der Bürger seien Verschwörungstheorien. Werbung beispielsweise, habe in der Darstellung von Verbraucherschützern geheime Wirkungen, die sich dem empirischen Nachweis entziehen. So würden selbst Erwachsene durch Werbung gesteuert und damit zum Schutzbefohlenen der Verbraucherschützer.

Die wiederum beanspruchen für sich die Rolle des Christophorus und Exorzisten, des Vertreters moralischer Werte. Die Lebensmittelindustrie hingegen spiele für die Verbraucherschützer den nützlichen Idioten. “Die Industrie wird lernen müssen, die Legitimität der Verbraucherschützer in Frage zu stellen”, sagte der Kommunikationsberater. Dafür bedürfe es allerdings ernstzunehmender eigener Verbraucherschutzstrategien.

Erst wenn Verbraucherschutz ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie sei, dann könne die Industrie den Verbraucherschützern die Legitimation streitig machen, meinte Kocks. Insofern käme dem Verbraucherschutz auch eine wichtige Lenkungsfunktion für die industrielle Entwicklung zu. Aber auch die Industrieverbände seien in diesem Zusammenhang gefordert. Es sei eine schwache Leistung, wenn Verbände nicht in der Lage seien, schwaches Verhalten von Mitgliedsfirmen zu sanktionieren und gutes zu belohnen. Das biete Angriffsfläche, sowohl für Verbraucherschützer als auch für die Medien.

Quelle: aid

geschrieben von food-monitor/aid am 23.04.2010 um 14:44 Uhr.
 

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